Demenz – was sie aufhält und was sie gefährdet

Die Gedächtniskrankheit Demenz ist in Deutschland weit verbreitet und betrifft viele ältere Menschen. US-Forscher fanden heraus, welche Einflüsse eine Demenzkrankheit aufhalten und welche Einflüsse sie gefährden. Dabei spielen Schmerzmittel und Verletzungen, die sogar weit zurückreichen, eine große Rolle. Nachfolgend erfahren Sie, ob Ihre Lebensumstände eine Demenzkrankheit fördern.

Kopfverletzungen können Alzheimer-Risiko verdoppeln

Laut einer US-Studie können schlimme Kopfverletzungen, die schon in jungen Jahren entstanden, das Risiko erhöhen, im Alter an Alzheimer zu erkranken. Dies fanden Forscher eines Alterungsinstituts auf der Duke University heraus. Die Wissenschaftler untersuchten über 1700 Veteranen aus dem Zweiten Weltkrieg. Etwa ein Drittel der Veteranen litt als Soldat unter schweren Kopfverletzungen. Davon hatten, im Gegensatz zur Vergleichsgruppe, über die Hälfte starke Anzeichen für die Demenzkrankheit.

Ganz genau ist nicht klar, in wie weit Kopfverletzungen die Krankheit begünstigen können. Eins steht jedoch fest: Kopfverletzungen und Schädel-Hirn-Traumas sollten unbedingt vermieden und vorbeugt werden. Das heißt auch, dass beim Fahrradfahren ein Helm getragen werden sollte. Trotzdem sagte der Leiter der Studie, dass die Kopfverletzungen der Veteranen sich deutlich von Verletzungen unterscheiden, die heutzutage beispielsweise durch Sportunfälle entstehen. Einzuteilen sind die Kopfverletzungen der Veteranen in drei verschiedene Gruppen: Die erste Gruppe litt nur unter leichten Verletzungen, mit Bewusstlosigkeit von bis zu 30 Minuten. Die zweite Gruppe erlitt mittelschwere Verletzungen mit Beschwerden, die bis zu 24 Stunden anhielten. Die dritte Gruppe litt unter schweren Kopfverletzungen mit Koma oder Amnesie, die länger als 24 Stunden dauerten.

Bei der Gruppe eins konnte festgestellt werden, dass das Alzheimer-Risiko nicht merklich erhöht war. Gruppe zwei enthielt doppelt so viele Veteranen mit Alzheimer. Bei Gruppe drei war das Risiko schon vervierfacht. Brenda Plassmann, eine Autorin der Studie, stellte fest, dass insgesamt Kopfverletzungen und andere Risiken der Alzheimer-Krankheit aus jungen Jahren, im Alter gefährlich werden können.

Schmerzmittel können Alzheimer stoppen

Laut einem anderen amerikanischen Forscherteam könnten Schmerzmittel ein wichtiger Faktor sein, um die Alzheimer-Krankheit aufzuhalten. Die handelsüblichen, entzündungshemmenden Medikamente zeigten in Laborversuchen und Tests an Tieren, dass sie den Auslöser und somit den molekularen Prozess der Krankheit unterdrücken können. So könnten Ibuprofen, also nicht-steroidale Antiphlogistika, einen starken Einfluss auf die Demenzkrankheit haben. Bei einigen älteren Menschen sind die Symptome der Krankheit tatsächlich weniger ausgeprägt, wenn sie Schmerzmittel gegen Arthritis, Schmerzen und andere rheumatische Leiden nehmen.

Leider ist nicht bekannt, warum Schmerzmittel eine derartige Nebenwirkung haben. Außerdem ist das Ergebnis eher entmutigend: Einige nicht-steroidale Antiphlogistika, wie Aspirin, zeigten keinen sichtbaren Effekt auf die Demenzkrankheit. Andere, darunter das Ibuprofen, zeigten ihre Wirkung erst bei sehr hohen Dosen.

Trotzdem können diese Schmerzmittel hilfreich für die Alzheimer-Therapie sein, wie Forscher von der Universität in San Diego, Kalifornien, zeigten. Bei einem Versuch an menschlichen Zellen und an Mäusen, konnte nachgewiesen werden, dass Ibuprofen, sowie zwei weitere Schmerzmittel, die Bildung von schädlichen Amyloiden verhindern können. Amyloide sind Proteine, die sich im Gehirn ablagern und schließlich zu Alzheimer führen können.

Nicht wie bisher angenommen, sollen die entzündungshemmenden Eigenschaften der Medikamente diese Wirkung erzielen. Auf der Basis der Schmerzmittel sollen Medikamente entwickelt werden, die in hohen Dosen keine Nebenwirkungen zeigen, sowie das bei Ibuprofen der Fall ist. Die Ergebnisse der Versuche können sich auf Menschen übertragen lassen. Somit könnten diese neuen Medikamente als Therapie für Demenzkrankheiten genutzt werden. Das ist jedenfalls ein positiver Ausblick auf die Heilung dieser schlimmen neurodegenerativen Krankheit.

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