Kindergesundheit: Wie gesund sind unsere Kinder wirklich?

Schlechte Konzentration, Verhaltensauffälligkeiten, Übergewicht, Bewegungsmangel und Allergien: Das sind nur einige der größten Risiken für die Gesundheit von Kindern und Jugendlichen heutzutage. Statt rauszugehen und sich zu bewegen, sitzen immer mehr junge Menschen zuhause und beschäftigen sich mit ihrem Smartphone. Wie krank unsere Kinder und Jugendlichen wirklich sind, und warum das schon in der Schwangerschaft anfangen kann, erklären wir Ihnen heute.

Gesundheit unserer Kinder fängt schon in der Schwangerschaft an

Sind unsere Kinder und Jugendlichen wirklich so ungesund? Laut einer großen Studie des Robert-Koch-Instituts antworten etwa 96 % der befragten Eltern mit Nein: In den meisten Fällen solle es ihren Kindern gut oder sogar sehr gut gehen. Was die Studie ebenfalls zeigt ist, dass die Chancengleichheit bei Kindern in Deutschland nicht gegeben ist. Eltern mit niedrigem Einkommen, bekommen Kinder mit niedrigem Bildungsgrad und einem schlechten bis sehr schlechten Gesundheitszustand. Jedenfalls schätzen das die befragten Eltern ein. Kinder von Paaren mit besserem Einkommen betreffe das nur zu etwa 1 %.

Die Gefährdung der Kindesgesundheit fängt schon in der Schwangerschaft an: Extrem viele schwangere Frauen rauchen. Dabei gelangt Nikotin sogar in den Blutkreislauf des Embryos und kann dessen Herz, Lunge und Nervensystem schädigen. Das Risiko, eine Fehl- oder sogar Totgeburt zu bekommen, steigt immens. Trotz dessen gibt es unzählige Schwangere, die nicht auf Zigaretten verzichten. Etwa 11 % der Mütter geben an, regelmäßig oder gelegentlich während der Schwangerschaft geraucht zu haben. Dabei spielt nicht nur das Alter der Mutter, sondern auch der Wohlstand und die Bildung eine Rolle. Jüngere Frauen mit niedrigem Bildungsgrad und mit geringerem Einkommen, greifen öfter zur Zigarette, als Frauen, die älter sind und einen hohen Bildungsgrad vorzuweisen haben.

Dieser Trend ist erschreckend, doch Besserung tritt ein: Im Jahr 2007 hatten noch etwa 20 % der Mütter angegeben, dass sie während der Schwangerschaft geraucht haben. Die tatsächliche Zahl könnte aber noch höher liegen: Viele Menschen verschweigen gerne ein sozial nicht erwünschtes Verhalten, vor allem wenn es um Kindesgesundheit oder Schwangerschaft geht.

Gesundheit der Kinder und Jugendlichen

Weiter geht es im Kindergarten und in der Grundschule: Laut einer Studie des Forsa-Instituts, solle die Zahl der Grundschüler mit gesundheitlichen Problemen in den letzten 10 Jahren rasant zugenommen haben. Befragte Lehrerinnen und Lehrer gaben an, dass die Probleme sich in verschiedenen Ausprägungen zeigen. Besonders gravierend bei jungen Schülern seien Verhaltensauffälligkeiten und Konzentrationsprobleme. Auch problematisch seien Übergewicht, psychosomatische Probleme und Störungen bei der Sprachentwicklung.

Die Studie des Robert-Koch-Instituts überprüfte, ob aus dicken Kindergartenkinder auch dicke Jugendliche werden. Dafür vermaßen sie über 2500 Kinder einmal im Kindergartenalter und ein zweites Mal etwa 11 Jahre später. Etwa 10 % der Kindergartenkinder waren übergewichtig. Im Jungendalter stieg der Anteil dann auf 17 %. Darunter waren 9 % übergewichtige Jugendliche und 8 % Fettleibige. Über 50 % der zuvor schon übergewichtigen Kindergartenkinder, hatte ihr Übergewicht behalten und sogar ausgeprägt. Daten zeigten aber dass Übergewicht auch wieder verschwinden kann: 47 % der übergewichtigen Kleinkinder konnten ihre Pfunde im Laufe der Jahre verlieren.

Der Durchschnitt der Studie zeigte, dass die vermessenen Kinder und Jugendliche sogar ein bisschen schlanker waren, als der eigentliche deutsche Durchschnitt. In Deutschland seien bei den 3- bis 17-Jährigen etwa 21 % zu dick, davon etwa 15 % übergewichtig und 6 % fettleibig.

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